Feb 26 2010

Clubcast… Douala // Ravensburg

Clubcast... Douala//Ravensburg
Ich muss ehrlich sein. Hätte ich nicht in Ravensbrug studiert wäre ich wahrscheinlich niemals ins Innere dieses Clubs vorgedrungen. Und weiter ehrlich gesprochen bedeutet das, ich hätte etwas verpasst. Und das obwohl es jedem Audio-Liebhaber die Nackenhaare aufstellt, wenn er seinen ersten Soundcheck im Douala macht. Sogar weniger geschulte Ohren erkennen die Brummschleife… und die Bässe lassen lockere Blechverkleidungen bei jedem Schlag mitzittern und fügen somit dem Techno-Gewitter einen neuen metallischen Sound hinzu. Zudem hat der Laden wohl schon mal bessere Zeiten gesehen und viele würden vielleicht die nicht unbedingt zeitgemäßen Lichteffekte bemängeln. Dabei ist genau die Summe dieser Einzelschwächen die Stärke und Einzigartigkeit des Douala. Es ist wie eine Zeitreise in die goldenen 90er der Techno-Partys – nur ohne Tarn-Netzoberteile und neonfarbene Schlaghosen. Das mag etwas stark glorifizierend klingen, aber in den verwinkelten Gängen finden sich Aufkleber und Deko-Elemente die offensichtlich aus dem letzten Jahrtausend stammen. Die Decken und Wände schreien einem entgegen wieviel Schweiß von ihnen getropft sein muss und die Lichtinstallationen lassen vermuten dass sie wohl aus der Acid Hoch-Zeit stammen.


Die Geschichte des Douala lässt sich auch schlicht in einer Zahl ausdrücken. Diesen März kann der Club sein 26-jähriges bestehen feiern, und das immer noch in den selben Räumlichkeiten wie bei der damaligen Gründung. Das ist Angesichts der Steine die den Machern des Clubs durch die Stadtverwaltung immer wieder in den Weg gelegt werden eine beachtliche Leistung. Sozusagen das “kleine gallische Dorf” das gegen das Spießertum kämpft. Welcher Zaubertrank hierbei hilft sei dahingestellt.
Und in der Institution Douala selbst gibt es eine weitere Institution. Während bekannte Clubs mit modernen Food-Konzepten und aufwändigen Gänge-Menüs die Feiergaumen verwöhnen, bietet der Eingangsbereich des Douala noch eine echte Pommes-Bude mit fettem Fleisch, gebratenen Würstchen und Soßen in zig Schärfegraden.

Das Original-Douala steht übrigens nicht in Ravensburg sonder ist der Name der größten Hafenstadt Kameruns.


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Aug 12 2009

Feierfotos mit Langzeitbelichtung

Diese Bildergalerie ist gefüllt mit wild zusammengewürfelten Bildern die beim Feiern entstanden sind. Häufig sieht man diese angeblitzten Grinsebacken die für irgendein Foto posieren, was höchstens Selbstbefeierung ist, aber mit dem eigentlichen Feiern wenig zu tun hat. Klar sind schöne Partyportraits eine feine Sache, vor allem wenn sie der einzige Beweis sind, dass man gestern tatsächlich auf der Party war (“Wow der Typ sieht ja scheiße aus… oh das bin ja ich.”).

Habe also mal die Fotos aus der letzten Zeit zusammen gesammelt die frei von expliziter Selbstdarstellung sind. Auf den meisten simpel geblitzten Partyshots geht die Lichtstimmung im Club vollkommen verloren. Der Großteil der Fotos wurde kurz angeblitzt und später nachbelichtet. Teilweise mit sehr langen Belichtungszeiten, so dass manche Bilder schon fast surreal wirken und ausser Bunt nur Umrisse erahnbar sind.

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Aug 4 2009

Der Duft des Feierns

Alle Sinne sind topfit. Ich höre alles, kann gut sehen, fühle den Bass, spüre die schweißnasse Hitze in der Menge und schmecke die Aromen von dem Getränk in meiner Hand. Kein Zweifel – ich bin nüchtern. Seit Tagen bin ich abstinent, verkneife mir den Weißwein zum Fisch und die Zigarette danach. Einzig die Tasse Kaffee am Morgen lässt sich nicht wegrationalisieren.

Und nun stehe ich hier im Club und nehme alles klarer wahr als sonst.  Doch vor allem prägt sich mir meine geschärfte Geruchswahrnehmung ein. Ich kann riechen, dass hier drinne irgendwo verbotenerweise geraucht wird. Ausserdem hat irgendein Mädel ein tolles Parfüm und der Kerl neben mir leider eine Dusche zu wenig genommen. Die Einzelgerüche sind teilweise extrem unangenehm. Gerne erinnert man sich an die Zeit zurück  in der noch ungehemmt auf allen Tanzflächen dem Nikotin gefröhnt wurde.

Mir stinkt’s. Nach einer Weile begebe ich mich also in den Außenbereich um mal durchzuatmen. Aber dann später, beim Betreten, nehm ich ihn zum ersten Mal in seiner ganzen Komplexität und Faszination wahr: den Duft des Feierns. Der Duft der durchtanzten Nacht. Eine magische Mischung aus dem Geruch tanzender Leiber, Schweiß und Hormone, Mojitos und Biere, Zigaretten und andere Drogen. Auf den ersten Blick eine Mischung die in ihre Einzelbestandteile zerlegt eher abscheu verursacht. Aber wie bei einem guten Parfüm ist es die Komposition der Zutaten die den Duft krönt. Die Magie des Duftes wird unterstützt von dem dumpfen, pumpenden Bässen die aus dem inneren zu einem Dringen. Man kann nicht wiederstehen und wird ins Innere gezogen – und damit wird man Teil der wabernden Menge – und ein kleiner Teil des Duftes. Vielleicht der Teil, der ihn so speziell macht.

Aber ein wesentlicher Aspekt unterscheidet den Duft des Feierns von jedem Parfüm. Er lässt sich nicht konservieren. Als Probe empfehle ich mal am nächsten Morgen an eurem Shirt zu riechen.


Jul 23 2009

Clubcast… Robert Johnson, Offenbach am Main

Das Robert Johnson … „Was habe ich gefühlt, als ich den Club zum ersten Mal betreten habe?“ Ich glaube ich dachte sowas wie „Wow, nen Wohnzimmer! Kann ich vielleicht gleich einziehen? Hier bleiben und einfach jede verdammte Party mitnehmen?

Robert Johnson, Offenbach am Main

Robert Johnson, Offenbach am Main

Was den verhältnismäßig und überraschend klein-minimalistischen Laden am Offenbacher Hafen angeht, so zählen dort zwei Dinge: die Musik und die Menschen. Und beide Faktoren bescheren wunderbare Momente. Allein damit hat das Robert Johnson es laut residentadvisor im vergangenen Jahr auf Platz 7 der 100 besten Clubs der Welt geschafft – das alles ohne großes Rämpämpän á la Cocoon und Konsorten. Im Gegenteil: ein kleiner Raum, klare Linien, variable Hocker- und Bankelemente, Bar, Balkon… das war’s.
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Mai 27 2009

Clubcast… ageHa in Tokyo

Unter der Rubrik “Clubcast” werde ich euch in Zukunft meine Lieblingsclubs vorstellen. Den Anfang macht das

ageHa in Shin-Kiba, Tokyo.

2008 war ich zu Besuch bei meinem Vater in Tokyo und hatte mir im Metropolis Magazin mehrere Wochenend-Locations rausgesucht. Ich stand vor der Entscheidung mich entweder ins ageHa oder ins Womb zu begeben. Da keine bekannten DJs ein ausschlaggebendes Argument lieferten, entschied ich mich für das näher gelegene ageHa.

In die Bahn und Los

Es ging los Richtung Metro. Ich war ziemlich früh dran, sprich gegen halb 12, aber so kam ich um “eine Stunde in der Schlange stehen” rum.
Man muss dazu sagen, dass obwohl Tokyo eine der größten Städte der Welt ist, die Metro maximal bis halb Eins fährt. Also entweder viel Geld für ein Taxi opfern oder die gesparten Yen in ein paar Drinks investieren.
Ich bevorzugte die öffentlichen Verkehrsmittel, weil der Club nur ca. 5 Gehminuten von der Metro-Haltestelle Shin-Kiba entfernt ist. Shin-Kiba erreicht ihr mit der Yurakucho oder der JR-Line. Ab der Haltestelle fragt ihr euch am besten durch.

Shin-Kiba

Shin-Kiba

Jetzt aber ins Innere.

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