Nachtrag zum Melt! 2009

Moritz Esyot

Wie sagt man so schön: Lieber spät als nie! Hatte in den letzten Tagen leider viel um die Ohren, deswegen kommt mein Resumé zum

Melt! Festival 2009

leider etwas später. Naja aber wie gesagt, besser so, als gar nicht.

Wie schon erwähnt, sind wir am Donnerstag angereist und nachdem wir uns die knapp 2 km vom Parkplatz auf den Zeltplatz geschleppt hatten und das Zelt noch vor Dunkelheit stand, widmeten wir uns dem ersten Fässchen (hier mein Dank an unsere Mediziner!). Nach einer guten ersten Nacht wurde ich morgens um 7 schweißnass daran erinnert warum ich Zelten so hasse. Nach knapp 5 Stunden Schlaf erhitzte die Morgensonne unser Zelt und damit auch meine Stimmung. Also zur Abkühlung schnell ein Radler besorgt und zum Meeting unters Pavillon gesellt. Das Wetter schien besser als erwartet zu werden. Nichts als strahlend blauer Himmel zu sehen… bis dahin. Aber der Wettergott kann eben manchmal ein echter Arsch sein. So, nun aber genug übers Wetter geschimpft. Ist schließlich immer noch ein Festival und am Ende kann man stolz von sich sagen, es überlebt zu haben. Viel wichtiger sind die Performances und die Impressionen.

Die nennenswertesten Performances vom diesjährigen Melt!.

  • Bodi Bill
  • Schön das ich Bodi Bill entdeckt habe. Mehr durch Zufall, aber die drei Jungs aus Berlin waren wirklich der Hammer. Zugegeben die weiß-grauen Batik Anzüge rechtfertigten Assoziationen zu Polarkreis 18 und auch vom Genre bedienen beide ähnliche Zielgruppen (sind wohl auch untereinander befreundet). Aber Bodi Bill sind dann doch viel elektronischer. Alle drei bearbeiteten ihre Konsolen, Sampler und Keyboards und erspielten sich live den Respekt des Publikums. Beide Seiten waren wohl überrascht, sowohl viele im Publikum für die Bodi Bill ein Novum waren, als auch Bodi Bill, die die Bühne dann mit den Worten “Man sowas haben wir noch nie erlebt. Unglaublich!” verließen.

  • Bloc Party
  • Der Auftritt von Bloc Party war gut. Klingt ziemlich plump, aber mehr kann man meiner Meinung nach nicht darüber sagen. Sie haben weder enttäuscht noch besonders positiv überrascht. Eine solide Show, aber zeitlgleich spielte Karin Dreijer alias…

  • Fever Ray
  • … auf der Gemini-Stage was die bessere Konkurrenz zu Bloc Party war. Der Kommentar von zwei Freunden, die sie davor noch nicht kannten: “Danke, dass du uns hier mit hingeschleift hast. Danke!” Bitte gerngeschehen. Definitv eine absolute Gänsehaut-Performance. Zu den düsteren wobbelnden Bässen glimmten Stehlampen mit Häkellampenschirm auf einer sonst vollkommen dunklen Bühne. Dazu starrten zwei grüne Laserstrahlen unter das Zeltdach, die später anfingen zu den Beats zu zucken. So kam die Inszenierung ganz ohne Spots und Bühnenscheinwerfer aus und das Ensemble auf der Bühne war nur Schemenhaft zu erkennen. Ich kann das Danke also gleich weitterreichen: “Danke Frau Drijer. Genial!”

  • DJ Koze
  • Das DJ-Set von Koze am ersten Abend war mit einem Wort: episch. Anfangs noch laue Sommernachtstemperaturen, wurde der Tanz langsam durch Niesel abgekühlt und später von einem Regenguss vollkommen durchnässt. Für mich mit Abstand das beste Set des ganzen Melt!.

  • Aphex Twin & Hecker
  • BAM. WACKEL. BRUMM. RATSCH. KNARZ. KWIETSCH. Ungefähr so hörte sich der Liveauftritt von Aphex Twin & Hecker an. Während Aphex Twin noch ein paar Melodien unters Tanzvolk mischte, schickte The Hecker alles durch Modulatoren und Verzerrer, dass man in der letzten Reihe Mühe hatte auf den Beinen zu bleiben. Möglich machte dass (und dass muss an dieser Stelle auch mal gesagt werden) ein wirklich überragendes Soundsystem. Ich denke während dem Auftritt schlugen überall in der Region die Erdbeben Messfühler aus. Was für ein Lärm. Experimentell und ziemlich krude, aber irgendwie einfach geil!

  • The Gossip
  • “Nach dem ganzen Hype um Beth Ditto muss man sich das ja irgendwie antun”, dachte ich mir. Ich fand die Musik im Vorfeld zwar nicht schlecht, aber verstand den Rummel nicht so ganz. OK fein, dass es auch mal eine echt Musikerin ohne Modelmaße nach ganz oben geschafft hatte, aber die Musik war in meinen Ohren keine Neuerfindung des Rades. Der Auftritt belehrte mich dann eines Besseren. Meine Fresse die rockt! Ohne Pogen ging das nicht. Gefühlte 30 Sekunden und ich war komplett durchgeschwitzt.

Dass waren also meine Highlights vom Melt! 2009. Was sind eure Ergänzungen? Was hab ich verpasst oder vergessen zu erwähnen?

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  • Moritz Esyot

    Ach ja, mir wurde gerade noch gemeldet, dass wohl Aphex Twin & Hecker auch für den Erdrutsch an dem Wochenende verantwortlich waren!