MELT! 2010? Ja, ich will.

Moritz Esyot

Was könnte das sein: Man muss tagelang schwitzen, man friert zwischendrin ab und zu, ein kalter Schauer und Gänsehaut jagen einem abwechselnd in Schüben durch den Körper, man ist von Kopfschmerzen geplagt und irgendwie ist man froh wenn es überstanden ist. Richtig: Grippe. Der einzige Unterschied zum Festival besteht darin, dass man sich immer wieder darauf freut und es sich im Gegensatz zu den Bazillen und Viren freiwillig antut, dabei mal eben über 100 Euro für eine Eintrittskarte liegen lässt, die selbe Summe nochmal in Getränke investiert, für nochmal die selbe Summe Gegenstände verliert oder kaputt macht und 3 Nächte dicht in einem undichten Zelt schläft.
Festivalerprobte lesen diese Beschreibung und bekommen ein Leuchten in den Augen, Normalsterbliche verdrehen selbige. Ich selbst frage mich ehrlich gesagt auch jedes Jahr (meistens an dem Abend an dem es nicht aufhören will zu regnen): Warum tue ich mir das schon wieder an? Und fünf Minuten später kommt die Antwort prompt auf eine der Bühnen spaziert! Die Antwort findet sich aber auch um mich herum. Tausende Menschen die miteinander tanzen, gegeneinander pogen und nebeneinander auf einem Acker schlafen, Bier gegen Tütensuppen tauschen und sich liebevoll beim Zeltaufbau sabotieren. Ja, so muss ein Festivalsommer aussehen!


Das MELT! Festival im attraktiven Ferropolis ist dieses Jahr sicher wieder eine der Anlaufstellen, die ohne Bedenken für musikalische wie euphorische Qualität garantieren können. Traditionell geht es wohl auch dieses Jahr wieder mit dem Einfeiern am Anreisedonnerstag los.

Die echten Acts legen dann aber erst am Freitag los. Wenn ich es bis 19:00 Uhr auf’s Gelände schaffe werde ich meine erste musikalische Zusammenkunft des Festivals wohl an der Gemini Stage mit Matias Aguayo haben. Mit seinem leichten und experimentalen Album Ay!Ay!Ay! hat er mich im letzten Jahr auf jeden Fall begeistert.
Weiter eingetanzt wird sich dann an der epischen Big Wheel Stage zu Pantha Du Prince. Danach ist wohl erstmal ziellos herumirren und essen angesagt, kleine Zwischenstops an einer der zahlreichen Bühnen nicht ausgeschlossen. In jedem Fall werd ich pünktlich um 0:00 Uhr vor der Main Stage stehen um mir The XX anzusehen. Die haben meiner Meinung nach eines DER Alben des letzten Jahres gemacht und ich erhoffe mir Gänsehaut-Garantie. Ohne die Location zu wechseln kann man dann den Auf- und Abbau anschauen (SPANNEND!) um danach endlich die Foals zu sehen, die ihren verpassten Auftritt vom letzten Jahr nachholen. Bischen zum Kotzen dass ich Two Door Cinema Club verpassen werde aber dann kann ich mir die Energie für mein erstes Ricardo Villalobos Set (und dann auch noch Open Air!) um 5:00 Uhr aufsparen. Dann vielleicht schlafen.

Samstag aufstehen weil a) die Sonne die Temperaturen im Zelt unerträglich macht oder b) der Regen die Nässe im Zelt unerträglich macht. Erstmal eine Dose Ravioli als kulinarischen Leckerbissen zubereiten und dann ist es sowieso schon wieder Zeit sich so langsam genauso in Feier-Schale zu schmeißen wie die Bagger es jedes Jahr tun.
Meine Highlights beginnen am Samstag mit Friendly Fires, die eventuell durch dOP ersetz werden könnten. Hier entscheidet eher der Zufall. Fest steht jedoch Jamie T – auch wenn ich gerne Miike Snow gesehen hätte. Matthias Tanzmann und Hercules & Love Affair überbrücken dann bis zum großen Video/Musik Set von Chris Cunningham, ein Muss für Freunde des Visuellen. Wer danach freiweillig auf Carl Craig verzichtet ist selber schuld, also ab zur Big Wheel!
Den Sonntag setze ich wie immer traditionell aus. Letztes Jahr hat man da wohl nichts verpasst, dieses Jahr ärgere ich mich schon ein bischen, da Massive Attack dem Publikum die Ehre erweisen.

Weitere Tipps, wen man auf gar keinen Fall verpassen sollte?

Ansonsten bleibt nur zu sagen: Ich hoffe man sieht sich.

Verwandte Artikel:


  • http://www.monkeytalk.de monkeyeve

    Sehr schön. Jetzt hast du mich erfolgreich neidisch gemacht und ich werde danke deiner Eleoquenz (Esyotquenz….haha, wie schlecht :) schlaflose Nächte verbringen. Aber schlafen kann ich schließlich auch, wenn ich tot bin, gell.

  • http://www.monkeytalk.de monkeyeve

    mist. der ortografie-gott bestraft mich. ELOquenz.

  • steph

    Ich rast' aus! Ich freu mich wie Hulle…