Entwicklung der Musikmedien von 1973 bis heute

Moritz Esyot

Das ist kwasi der Nachtrag zur Umfrage “Magst du Vinyl?”. Habe passend dazu auf der NYTimes Seite ein gutes Schaubild gefunden, dass deutlich macht wie sich die einzlenen Tonträgermedien über die Jahre verändert haben.
Wie man an der unrepräsentativen Umfrage erkennen kann, benutzen viele kein Vinyl weil es ihm/ihr leider zu unhandlich und zu teuer ist. Aber man kann auch sehen, dass viele es verdammt gern nutzen würden. Kein Wunder! Ich finde Vinyl erzeugt eine ganz andere Bindung zu der Musik, die durch die vielen illegalen Downloads ja für Teile der Bevölkerung fast wertlos geworden ist. Und das nicht nur monetär, denn dieses “ohne-zu-überlegen-alles-runterladen” Mentalität lässt es ja kaum noch zu sich an einem einzigen Musikstück wirklich zu erfreuen. Lieber schnell das nächste Laden bevor’s Langweilig wird. Vinyl verleiht der Musik mehr Wertigkeit, mehr Charakter und nimmt ein bischen der Schnelllebigkeit. Möchte aber Digital nicht per sé schlecht reden! Jeder der mich kennt weiß, dass ich ohne meinen iPod keinen Meter vor die Tür gehe.


Entwicklung der Musikmedien

Das Schaubild zeigt den Wert der Verkauften Einheiten von Musiktonträgern in Milliarden Dollar. Erfasst wurde das Ganze ab 1973. Damals noch dabei 8-Tracks, später dann Cassette, interessanterweise gesplittet in LP/EP und Single. Wer die Idee hatte Singels auf Cassette zu verkaufen frag ich mich an dieser Stelle. Man sieht deutlich ab wann die CD ihren Siegeszug begann. Sie ist heute immer noch verkaufstärkstes Medium, aber sowohl Online als auch Mobile machen inzwischen einen guten Marktanteil. Vinyl ist inzwischen verschwindend klein. Wenn jemand genauere Zahlen zu den Vinyl-Verkäufen hat, bitte in die Comments!

Weltweiter Umsatz mit TonträgernWas das Diagramm aber auch erkennen lässt: Insgesamt ist der Umsatz mit Tonträgern kleiner als noch vor 10 Jahren. Im Boomjahr der CD (1999) bescherten allein die Silberscheiben schon 16,4 Milliarden Dollar Umsatz. Das unterstreicht die Statistik der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) die zeigt, dass die Umsätze der Industrie stetig sinken. Erfasst wurden hier die Gesamtumsätze der Industrie ab 1998 bis 2007. Der Trend hält an und die Umsätze gehen weiter zurück. Ich sehe es kritisch das Produktionszyklen immer kürzer werden. Letzendlich leidet die Qualität und die beeinflusst meine Kaufbereitschaft für Musik. Aber glücklicherweise ist dieser Effekt vor allem bei kommerzieller Popmusik zu beobachten und betrifft mich daher eh weniger.

Ich werde jetzt erstmal eine schöne Platte auflegen und mich vor meine Boxen setzen und ein bischen zuhören was mir das gute Vinyl so zu erzählen hat.

Update: Bin gerade noch über eine tolle Slideshare der GfK gestolpert. Die fasst die Entwicklungen der Musikindustrie der letzten Jahre nochmal sehr schön zusammen. Der digitale Siegeszug wird dabei erkennbar, wie auch die verringerte Bereitschaft für Musik Geld auszugeben. Mir fällt da noch ein Zitat von Kool Savas ein…

“Leute fragen warum ist die Lage so mies? Nicht wegen Napster und MP3 oder Kids ohne Geld, sondern einfach weil den Kids die Mucke nicht mehr gefällt”

Vielleicht etwas provokant aber treffend analysiert.

Verwandte Artikel:


  • darichecko

    schöner beitrag

  • http://rolandrock.net R.

    hey Moe,
    schöner artikel!
    hätt hier noch ne ja rule “holla holla” remix-platte rumliegen. feat. jay-z, busta, tah murdah, black child, vita & memphis bleek!
    wahnsinn was ich mal für n hiphopper war ;)
    wünsch dir was!
    lg R.