Die 10 besten iPhone Apps für Liebhaber elektronischer Tanzmusik
Der Dschungel der iPhone und iPod Touch Applikationen und Spielereien ist ziemlich undurchsichtig. Die Rubrik der Music-Apps ist nicht übersichtlicher “bewachsen”. Und auch im Bereich der elektronischen Musik, werden die Bedürfnisse und Wünsche von DJs und Hobbyproduzenten mit einer Riesenwelle an mehr oder weniger nützlichen Programmen befriedigt. Kämpft man sich – in bester Rambo-Manier – durch den Music-App Dschungel und mäht zielsicher mit der Machete alles Gestrüpp beiseite kann man – jetzt und hier – die 10 besten iPhone und iPod Touch Applications für Freizeit-DJs, Hobby-Producer oder einfach Liebhaber der elektronischen Musik präsentieren.
Ich werde es gleich schonmal zu Anfang los: Einfach erstaunlich was inzwischen in so kleine Handheld-Geräte passt! Die gesammelten Apps sind dabei nicht nach einer bestimmten Rangfolge geordnet.
Weiter geht’s mit den 10 besten Techno-Apps für euer iPhone/iPod Touch.
- Shazam
- Randgrid
- technoBox 303 808 909
- Bebot
- Finger Beat
- Beat Counter PRO
- PvD DJ App
- iTM DJ
- Beat Maker
- Touch DJ
Los geht es mit dem einzigen Umsonst-Programm der Liste. Gleichzeitig aber dem Programm, mit dem meiner Meinung nach größten Nutzwert. Ganz einfach die App runterladen, installieren und im Club, beim Open Air oder beim Mixtape hören… Programm starten und in Richtung Speaker halten. Shazam stellt dann eine Verbindung zu seiner Datenbank her und ermittelt den Song. Man sollte allerdings schon über eine Datenflat verfügen, sonst wird dass auf Dauer ins Geld gehen.
Die Musikerkennungssoftware Shazam funktioniert einfach so verdammt gut, dass sie sogar teilweise sagen kann welcher Remix da gerade läuft. Bei irgendwelchem Promo-Material versagt sie aber den Dienst. Ein weiteres Feature ist die Vernetzung mit Facebook. Damit wird das gefundene Lied der Tag-List in Facebook hinzugefügt und so ist auch am nächsten Tag noch nachvollziehbar welche die Schmankerl der letzten Nacht waren. Man sollte nur vor lauter Shazam das Tanzen nicht vergessen!
Download Shazam bei ![]()
Bei Randgrid handelt es sich um ein Synthesizer inklusive einer Drum Machine.
Das Randgrid-Interface ist eine Musik-Software die analogen Sequencern und Syntheisizern optisch und von der Bedienung nachempfunden wurde. Die einzelnen virtuellen Drehpotis, Samplerbuttons und Knöpfe erlauben vielfältige Einstellungen. Patterns werden selbst belegt und Samples dürfen programmiert und durch Oszillatoren gejagt werden. Die Ergebnisse klingen charakteristisch nach Randgrid, was der App jedoch keinen Abbruch tut. Die Bedienung stellt für Menschen die schon öfter mit Musik-Erstell Software gearbeitet haben keine Hürde dar. Neulinge müssen sich schon ein wenig reinfitzeln, aber die ersten Ergebnisse und Fortschritte sind schnell gemacht.
Das – nach eigenen Angaben – “mobile, virtuelle Techno Studio” stammt aus dem Hause Audiorealism. Aus deren Schmiede kommt auch das bekannte VST-Plugin ABL2, ein digitaler Klon seines analogen Kollgen TB-303 von Roland. Die technoBox verneigt sich jedoch vor allen drei bekannten Rolands, dem schon erwähnten Syntesizer und Step-Sequencer TB-303, und den beiden Drum-Computern TR-808 und TR-909. Jedes für sich genommen beeinflusste maßgeblich die frühe Entwicklung von House und Techno und prägte den damaligen (und auch heutigen) Sound. Und jetzt sollen diese heute teuer gehandelten und sperrigen Geräte in ein handliches Spielzeug passen und dabei zusammen gerade mal 3,99 Euro kosten? Zusammenfassend: Die Roland Originale mussten natürlich abgespeckt werden, die Umsetzung ist dennoch sehr gut gelungen und dem typischen Sound der Synthies und Drum-Machines wird weitestgehend entsprochen. Somit ist es dem Audiorealism-Team durchaus gelungen eine kurzweilige und preiswerte Komprimierung der drei techno-prägenden Instrumente zu verwirklichen.
Zu Bebot darf man nicht zuviel erzählen. Diese unterhaltsame und leicht freakige Application probiert man am Besten selbst aus, zum Beispiel um das Ergebnis per Klinke direkt in den Mix zu integrieren, sich seine Zeit zu vertreiben oder um sich selbst Samples zu basteln. Bevor man es gleich kauft kann man auch erstmal das Video anschauen und sich überzeugen lassen.
Bei Finger Beat ist der Vergleich zu Ableton Live zwar etwas gewagt, aber durchaus erlaubt. Auch hier handelt es sich wieder um ein Programm zum erstellen eigener Tracks. Finger Beat ist aber mehr als ein einfacher Step-Sequnecer plus virtuelle Drumpads. Diese Disziplinen beherrscht er zwar auch, aber er wird durch weitere Features, wie zum Beispiel einen Sampler oder die Möglichkeit Tracks mit eigenem Gesang zu bereichern (oder zu versauen), ergänzt. Eine gelungene und intuitiv bedienbare Applikation die zum musizieren Unterwegs einlädt und auf kleineren Partys unter Freunden auch schon mal über die Anlage ihr potential beweisen darf. Das erste Video zeigt wie ein Live Mix mit Finger Beat aussehen könnte, das zweite erklärt die Basics zur Bedienung des Programms.
Beat Counter Pro hat seine Funktion mit seinem Namen eigentlich schon ganz gut erklärt. Wobei zu erwähnen ist, dass der Counter nicht selber zählen kann. Er ist auf die eigene Fingerarbeit angewiesen, also auf den korrekten Tap zum Beat. Da es im iTunes Store eine ganze Menge mehr oder weniger taugliche Takt-Zähler gibt, ist bei diesem erwähnenswert, dass er problemlos läuft während ein Lied mit dem iPhone respektive iPod Touch wiedergegeben wird. Somit kann man die BPM des Lieblingsliedes ganz schnell ermitteln. Als kleine Stütze dient wahlweise ein akustisches oder ein visuelles Metronom welche sich durch Klicken bzw. durch ein Pulsieren des Bildschirms bemerkbar machen.
Download Beat Counter PRO bei ![]()
Paul van Dyk hat das iPhone als Marketing-Instrument erkannt… und genutzt. Mit einer eigenen Applikation. Das ist nicht nur total modern und hipp, sondern spielt noch ein paar Cent in seine Portokasse. Über Sinn und Unsinn dieser App kann man sich streiten, besonders weil der Beat Counter die einzig wirklich sinnvolle Anwendung aus dem Programm ist. Aber gleichzeititg ist sie eine Zusammenstellung mehrerer kleiner Apps zu einem Programm, und jedes für sich könnte tatsächlich hilfreich beim auflegen sein. Die Betonung liegt hierbei jedoch auf “könnte”. Dabei ist der Preis von 1,59 Euro durchaus vertretbar.
Eine Wireless-Midikonsole die in eine Hosentasche passt und mit der man sein Traktor während der Afterhour auch von der Tanzfläche ansteuern kann? Dank iPhone und iTM DJ in Kombination kein Problem. Wobei kein Problem natürlich relativ ist. Erstmal muss man die zwei vernetzen und konfigurieren, was im Vorfeld geschehen sollte.
Eine sehr detaillierte und verständliche Anleitung wie man sein iPhone via iTM DJ mit seinem Traktor vernetzt hat Blancodisco hier zusammengestellt. Auf iTouchMidi.com findet man die benötigte Software die Rechnerseitig installiert sein muss um eine Kommunikation der Programme untereinander zu ermöglichen. Alternativ z.B. für die Benutzer von Virtual DJ, gibt es die App “Touch OSC” die ähnlich funktioniert.
Das Video ist zwar musikalisch kein Meisterwerk, für einen Einblick in die Funktionsweise reicht es aber allemal.
Beat Maker schlägt mit stolzen 15,99 Euro zu Buche. Nicht ganz billig für ein kleines Progrämmchen auf einem kleinen Mobiltelefönchen, könnte man meinen. Aber diese Applikation erinnert von den Funktionen am ehesten an professionelle Musik-Software für leistungsstarke Rechner samt Soundkarte. Selbstverständlich kommt die Pocket-Variante nicht annähernd an die Leistung solcher Spezial-Programme dran, aber die Funktionen überraschen positiv. Man kann sich eigene Samples zurecht schneiden oder aus der mitgelieferten Sound-Datenbank auswählen. Zusammenfassend kann man durchaus behaupten, dass der Beat Maker eine immense Fülle an Features bereit hält und es so erlaubt unterwegs mit durchaus professionellen Ambitionen seine eigenen Tracks zu produzieren. Die App wurde auf das iPhone 3GS optimiert und kann auf den leistungsschwächeren Modellen zu Problemen wie höherer Latenzzeit und Instabilität führen.
Auflegen konnte man bisher mit jedem Mobiltelefon. Jedoch keine Musik. Darauf haben aber sicherlich schon einige iPhone Besitzer und DJs gewartet. Und die Jungs von Amidio haben mit dieser App ein vollwertiges Programm zum “auflegen” geschaffen. Wobei vollwertig in diesem Fall bedeutet, dass die App sowohl über zwei Kanäle inklusive Line-Fader verfügt, sowie Crossfader, einen 3-Band Equalizer, die Möglichkeit zu Pitchen und zu Loopen und einen Scratch zu simulieren. Für die Beatmatching-Funktion kann man wählen ob man sich auf die Visualisierung der Tracks verlässt, oder ob man den den rechten Kanal zum Vorhören benutzt und den linken als Master-Out – selbstverständlich dann nur noch in Mono.
Das Laden eigener mp3s in das Programm ist leider etwas umständlich, da die App nicht auf die komplette Musikdatenbank des iPhone zurückgreifen kann. Hoffentlich lassen sich die Entwickler da noch was einfallen! Da das Programm ordentlich Rechenpower benötigt sollte man vor jedem ernstgemeinten Versuch damit aufzulegen zunächst sein iPhone/iPod Touch rebooten und den Flight-Modus anstellen. Touch DJ kostet satte 15,99 Euro, verglichen mit anderer DJ-Software ist das Programm aber erschwinglich. Außerdem gibt es derzeit keine Substitute aus dem App-Store.
Ich bin gespannt ob und wie man in Zukunft den ein oder anderen mit seinem iPhone als Zusatzinstrument beim auflegen sehen kann. Falls ihr Videos habt: ab in Comments. Oder ob es balb den ersten passablen Track zu hören gibt, der mit dem iPhone produziert wurde?
Es fehlt eine App in der Liste? Oder du meinst, eins der Progrämmchen ist hier fehl am Platz? Dann lass es die ganze Welt wissen… in den Comments.
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