Clubcast… Douala // Ravensburg

Moritz Esyot

Clubcast... Douala//Ravensburg
Ich muss ehrlich sein. Hätte ich nicht in Ravensbrug studiert wäre ich wahrscheinlich niemals ins Innere dieses Clubs vorgedrungen. Und weiter ehrlich gesprochen bedeutet das, ich hätte etwas verpasst. Und das obwohl es jedem Audio-Liebhaber die Nackenhaare aufstellt, wenn er seinen ersten Soundcheck im Douala macht. Sogar weniger geschulte Ohren erkennen die Brummschleife… und die Bässe lassen lockere Blechverkleidungen bei jedem Schlag mitzittern und fügen somit dem Techno-Gewitter einen neuen metallischen Sound hinzu. Zudem hat der Laden wohl schon mal bessere Zeiten gesehen und viele würden vielleicht die nicht unbedingt zeitgemäßen Lichteffekte bemängeln. Dabei ist genau die Summe dieser Einzelschwächen die Stärke und Einzigartigkeit des Douala. Es ist wie eine Zeitreise in die goldenen 90er der Techno-Partys – nur ohne Tarn-Netzoberteile und neonfarbene Schlaghosen. Das mag etwas stark glorifizierend klingen, aber in den verwinkelten Gängen finden sich Aufkleber und Deko-Elemente die offensichtlich aus dem letzten Jahrtausend stammen. Die Decken und Wände schreien einem entgegen wieviel Schweiß von ihnen getropft sein muss und die Lichtinstallationen lassen vermuten dass sie wohl aus der Acid Hoch-Zeit stammen.


Die Geschichte des Douala lässt sich auch schlicht in einer Zahl ausdrücken. Diesen März kann der Club sein 26-jähriges bestehen feiern, und das immer noch in den selben Räumlichkeiten wie bei der damaligen Gründung. Das ist Angesichts der Steine die den Machern des Clubs durch die Stadtverwaltung immer wieder in den Weg gelegt werden eine beachtliche Leistung. Sozusagen das “kleine gallische Dorf” das gegen das Spießertum kämpft. Welcher Zaubertrank hierbei hilft sei dahingestellt.
Und in der Institution Douala selbst gibt es eine weitere Institution. Während bekannte Clubs mit modernen Food-Konzepten und aufwändigen Gänge-Menüs die Feiergaumen verwöhnen, bietet der Eingangsbereich des Douala noch eine echte Pommes-Bude mit fettem Fleisch, gebratenen Würstchen und Soßen in zig Schärfegraden.

Das Original-Douala steht übrigens nicht in Ravensburg sonder ist der Name der größten Hafenstadt Kameruns.


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  • Miljan A.

    genehm

  • R.

    mann haben wir da gefeiert. legendär!

  • R.

    :D
    ha ich bin halt sogar auf einem der bilder! super Moe. danke!

  • http://www.thelager.de Flo

    Erinnerte mich immer an den alten TRESOR. Ein Flashback der besonderen Art im Douala.

  • die alex

    Club meiner Jugend… Geil dass er immer noch lebt!