Wow. Als ich Track mit zugehörigem Video gesehen habe, sah ich mich persönlich in der Pflicht Florian Rietze für diesen genialen Edit mein Lob auszusprechen! An sich ist Werewolf von Cat Power schon ein tolles Teil, aber der Edit macht das Ding tanzbar und zaubert mit den Strings und der Stimme von Charlyn Marie Marshall eine erhabene Melancholie auf den graden 4/4-Takt. Dabei schafft er den Spagat, einen Edit zu produzieren, ohne das Original kaputt zu machen oder aber es vollkommen zu vernachlässigen. Dazu dieses Augenzucker-Video… sollte ich jemals behauptet haben, alle Videos mit Poledance seien stillos und plump: Das ist wohl der Gegenbeweis. Irgendwann loopt das Video. Aber das sei verziehen.
Das 50. Jubiläum der Elektronischen Musikvideos kommt optisch relativ unspektakulär und dafür wirklich handgemacht daher. Man hat den Eindruck nach Lana Del Rey wird es langsam salonfähig altes, gesammeltes Videomaterial einfach für die eigenen Zwecke umzuschneiden, hier passt aber auch der Vergleich zu Visuals ebensogut – irgendwas dazwischen also. Schaut auch in diesem Fall abermals wirklich nice aus, aber vor allem geht’s ja um die Musik! Und You Said Forever – von dem aus Rom stammenden Lerosa – ist smoother, chicacoider House mit ein wenig Disco-Attitüde und somit in meinen Ohren wieder mal eine kleine Akkustikperle.
Spätsommerliche Stimmung? Eigentlich echt schon Winter. Dann wärmen wir uns doch einfach an den atmosphärischen Bildern zum Robag Wruhme Remix von Extrawelts Neuland. Wie gewohnt wird man Robags träumerischem Techno sofort sanft gepackt und abgeholt um auf seinem Klangteppich eine Reise in die Natur zu unternehmen. Das Video daher eher sowas wie die logische Konsequenz, als einfach nur eine bildhafte Untermalung.
Fette Bässe, akrobatische Tanzeinlage und knuddelige Kinderreaktionen. Nicht weiter erwähnenswert, dass so sehenswerte Videos gemacht werden.
Finde den Titel “Kids react to dubstep” zwar ein bisschen irreführend, weil es mehr der Tänzer ist um den es geht. Macht aber nix: trotzdem äußerst amüsant.
Nachdem Metronomy dieses Jahr schon so nett war eines meiner Lieblingsalben 2011 zu veröffentlichen, tun sie mir jetzt noch den Gefallen und schmücken eines der besten Lieder des Albums “Everything Goes My Way” mit einem grandiosen Video (ich habe eine gewisse Affinität zu Hirschen!).
Wem das zu soft ist kann sich hier auch Hirsche aber dafür ein bisschen böseren Sound abholen.
Ehre wem Ehre gebührt und Video wem ein Video gebührt. Und da zählt der Disco Gnome von Thugfucker wohl definitiv dazu. Hat uns doch der geniale Tale Of Us Remix den Winter über sommerliche Gefühle in den Club gezaubert. Saudeep aber eben auch saudiscoid. So kommt das Video zum Original vielleicht doch etwas spät, aber besser als nie (1 Euro in die Floskelkasse!).
Man könnte vermuten, dass das Video im dokumentarischen Stil, die gezeigten Personen dem Track ausgesetzt hat und deren rhytmische Reaktionen einfach aufgezeichnet hat. Bewegung als natürlicher Reflex auf diesen Track, an den wir uns sicher in ein paar Jahren noch erinnern werden.
dieser Eintrag läuft unter der Rubrik Elektronische Musikvideos. Heute gibt’s hier allerdings mehr, als draufsteht. Statt euch nur das eine schöne Video Brand New Carpet von Bodi Bill nahezulegen, setze ich noch Einen drauf und versuche euch gleich das komplette neue Album… ach was – noch besser direkt die ganze Band zu verkaufen.
Unter dem Titel What? erschien im März diesen Jahres das bereits dritte Album der Berliner Electro-Indietronic-Band Bodi Bill. Erstmals wahrgenommen auf dem MELT!2009, als eine aufgeregte junge Dame, die mit den Jungs bekannt war, uns zum Bleiben überredete: “Gleich kommt was Geniales! Eine tolle neue Band mit einem Sound, der so noch nicht dagewesen ist.” Man mag nun beginnen Vergleiche zu ziehen, zu Ähnlichem, dass vielleicht doch schon da war. Wie auch immer… Der experimentelle Sound, kombiniert mit der spannenden Stimme von Fabian Fenk überzeugte mich auf Anhieb. Die Menge bestätigte mit Zugabe-Gebrüll, dass es ihr genauso gefiel und die Jungs schienen sichtlich gerührt!
Mit “What?” ist den Berlinern meiner Meinung nach ein wunderbar rundes Album gelungen. Den Einstieg bilden gleich vier sehr starke Songs (“Paper”, “Brand New Carpet”, “Pyramiding”, “What”). Mit “Garden Dress”, “The Net” und “And Patience” wird es im Mittelteil etwas ruhiger (das heißt etwas weniger Tanzen, mehr Mitsingen) aber nicht weniger melodisch. Der hintere Teil kommt wieder flotter und sehr rhythmisch daher (“Hotel”, “Sea Foam”, “Friends”). Einziger Track ohne Vocals bleibt der Bonustitel “Bazar”.
Wie bereits angedeutet: auf die Musik von Bodi Bill lässt es sich gleichermaßen Tanzen wie Mitsingen. Ein elekronisches Rundum-Sorglos-Paket sozusagen!