Mrz 31 2010

Die Sprache Techno

Das Techno nicht jeder versteht ist keine Neuigkeit. Wenn ich beispielsweise meine (musikalisch relativ aufgeschlossene) Mutter um eine Bewertung bitte, kommen so antworten wie: “Verschon’ mich mit dem Pferdegetrappel!” oder “Gibt’s den Lärm auch in gut?”. Das Verstehen bezieht sich in dem Fall mehr auf das Verständins für die Musik als auf das entschlüsseln der musikalischen Codes. Zugegeben bei bretthartem Techno scheint das relativ einfach. Fou-To-The-Floor Beat plus ein paar nette Synthieflächen, vielleicht klackert hier und da mal noch eine Hi Hat oder eine satte Snare klingelt einem durchs Gehör. Auch wenn wir House noch ein bischen um Vocals oder organischere Instrumente bereichern und das Tempo drosseln, letztendlich bleibt es immer der 4/4 Takt der die bestimmende Variable der Tanzmusik ist. Ein Code auf den man sich einigen kann. Sozusagen das Grundvokabular.

Doch Sprache besteht aus mehr. Tanzmusik ist Clubmusik, und der Club damit der beste Platz diese Sprache wirklich zu erlernen oder zu verstehen. Was ist schon ein 8 Minuten Track auf dem iPod gegen ein 4 Stunden Set auf der Tanzfläche. Ein Set, bei dem der DJ mit seinem Publikum interagiert – es leitet – ihnen sowohl die Ausrastphasen und Hochs, aber auch die Verschnaufpausen gewährt. Das ist es was diese Musik zu einem eigenen Code macht. Ihn zu verstehen vermag nicht, wie bei anderer Musik, durch das Hören auf der heimischen Anlage gelingen. Wie bei Sprache lernt man die Vokabeln in der Schule, das Sprechen und Verstehen jedoch erst beim Gebrauch. Tanzmusik findet nunmal im Club, auf Open Airs oder auf der Afterhour statt und genau dort erlernt man das Verständins oder Begeisterung für diese Art von Musik.

Von dieser Sprache erzählt der Film Speaking in Code der seit dem 29.03. endlich auch als DVD geordert werden kann. Amy Grill begleitet verschiedene DJs bei ihren Plattenkäufen, auf Festivals, beim Controller löten und in die Clubs. weiterlesen


Mrz 29 2010

Die Esyot Top 10 // März 2010

Enzo Elia - Touch1. Enzo Elia – Touch
Zuerst denkt man: “Na das kann ja düster werden!” Böse, tiefe Bassline über die eine runtergepitchte Stimme den Tanz heraufbeschwört. Dann wirds erstmal noch dreckiger bis schließlich der Synthie die Sonne aufgehen lässt. Gänsehaut.

Hector - La Buena Onda2. Hector – La Buena Onda
Ich sag es gerne nochmal. Die beste Musik findet man in der Regel im Plattenladen. Die besten Löwenfotos macht man schließlich auch auf Safari und nicht im Zoo. Die Trommeln die Hector hier auf Vinyl verewigt sind einfach genial.

Chris Wood & Meat - Backdown 3. Chris Wood & Meat – Back Down
Gelungene EP… der Dub Mix kommt mit dem meisten Druck, das Original mit einem der schönsten Breaks und der Sascha Dive Dub besitzt eine Portion House die mit Funk-Creme eingeschmiert wurde.
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Mrz 28 2010

Elektronische Musikvideos Pt. 13 // Metronomy – On The Motorway

Das Video zu Metronomy’s “On The Motorway” erinnert mich ein bischen an das Elektronische Musikvideo Pt. 12 von Mario Basanov. Auch hier werden Audio-Synchron die Töne auf einem rennenden Blatt Papier visualisiert. Allerdings geht es hier ein ganzen Klecks bunter zur Sache. Und musikalisch bewegt sich das ganze eher in der Indie/Electronica Richtung mit einem Zuckerwürfel Funk. Metronomy kommen aus London und sind für Freunde von Architecture in Helsinki oder Hot Chip definitiv mal ein reinhören wert.
Da es mal wieder kein offizielles Video ist, noch ein paar Worte zu den Produzenten namens Jul & Mat. Die beiden kommen aus Paris und sind wohl sonst hauptsächlich im werblichen Bewegtbild-Bereich zuhause. Aber weil sie Lust hatten sich kreativ auszutoben (und wahrscheinlich auch für die Vita) haben sie kurzerhand dieses Video gemacht. Simple Ideen, die mit der richtigen Umsetzung zu Augenhonig werden, freuen mich ja immer besonders.
Und wie immer an dieser Stelle, jetzt viel Spaß mit dem Video…


Mrz 15 2010

Elektro-Heinz am Synthesizer (1978)

Viele denken Techno findet erst seit den Neunzigern statt. Pedantisch betrachtet ist das natürlich irgendwie korrekt, da der Technobegriff und auch die eigentliche Musik um die Zeit rum entstanden. Und ich erzähl auch niemandem was Neues, wenn ich offenbare, dass die Entwicklung schon lange davor angefangen hat. Das Künstlerkollektiv Kraftwerk beispielsweise experimentiert und beeinflusst elektronische Musik bereits seit 1970.
Was ich jetzt aber entdeckt habe, ist eine sympathische Überraschung. Heinz Funk demonstirierte damals (1978) in der ZDF Sendung Zauber der Töne das damlas ziemlich neuartige und moderne MOOG Modular System und den Sennheiser Vocoder VSM 201.

Damit fand wohl damals mehr elektronische Musik im Öffentlich-Rechtlichen statt als heutzutage. Von besagtem Vocoder wurden übrigens weltweit nur 50 Stück angefertigt und heute kann man dafür gut und gerne 10.000 Öcken hinblättern. Sowas presst man inzwischen in eine iPhone App für 2,99 Euro runter, die dann versucht so eine komplexe Kiste zu emulieren. Auch beachtlich wie groß damals die Synthesizer noch waren. Sind ja heute immer noch amtliche Ziegelsteine, aber die Maschinen mit denen Heinz Funk hier experimentiert haben ja noch Zimmergröße.

via datenvandalen


Mrz 10 2010

Die Ed-Hardy-David-Guetta-Naddel Oma

Vorweg ein paar Fakten: Sie ist 69 Jahre, kommt aus England, legt in irgendwelchen französichen Clubs auf, funkelt vor lauter Zirkonia wie ein Kronleuchter, spielt grausligen Huschi-Pop-Vocal-House… und kann eigentlich gar nicht auflegen. Sie ist schlichtweg ein Marketinggag. Wie es aussieht ist es allerdings kein viraler Witz. Die Rede ist von Ruth Flowers a.ka. Mamy Rock.
Sie selbst scheint sich bei der ganzen Sache relativ Ernst zu nehmen. Mir will das nicht so recht gelingen. Man kann auch schön sehen, wie ihr irgendein Kerl immer wieder Anweisungen gibt und in den Mixer grabscht. So einen Kerl sucht sich Naddel besser auch mal. Für ein kleinen Schmunzler reichts gerade so trotzdem.

Ruth Flowers hat jetzt auch zu “produzieren” angefangen. Das hat der Musikwelt gerade noch gefehlt.
Mehr Videos gibt es in ihrem offiziellen YouTube Channel oder auf Mamy Rocks Website.


Mrz 4 2010

Mischpulk… Jonas Hofmann

Das neueste Mischpulk wird stolz aus der Rhein-Main Region gesponsort. Genauer von Jonas Hofmann aus dem schönen Mainz. Dort hat er auch seine Homebase und ist unter anderem im Red Cat hinter den Plattentellern zu sehen. Jonas ist aber neben Mainz bis jetzt vor allem im ganzen Rhein-Main Gebiet unterwegs und durfte die Vinyl-Scheiben auch schon im Cocoon rotieren lassen. Das nächste Mal kann man den 21-jährigen dann am 20.3. im Alten Volksbad bei der Art1N1 Ausstellung in Mannheim sehen und hören.
Bei der Musikauswahl seiner Sets greift Jonas am liebsten in die House/Disco Kiste, es darf sich aber auch mal eine Techno oder Dubstep Bassline in sein Set schleichen.

Jonas Hofmann

Das Set schmeckt nach fein gereiftem House mit einem guten Schuss Disco und einer Prise Deep. Im Abgang kommt es dann noch zart Techy daher. Gefällt mir sehr gut und macht sofort Laune auf’s Wochenende. Probieren!

JH0310 for esyotmusic.de by JonasHofmann

Tracklist und Interview… weiterlesen


Mrz 3 2010

Elektronische Musikvideos Pt. 12 // Mario Basanov & Jazzu – I’ll Be Gone

Was für eine schöne Idee die verschiedenen Elemente der Musik zu visualisieren. Ist doch schon fast naheliegend dafür endlich mal Seismographen herzunehmen. Ergibt eine verdammt chilige Optik und das gibt dann zusammen mit dem Downtempo-Sound des Lithauen Mario Basanov und der Stimme von Jazzu eine echte Zurücklehn-Nummer. Muss das nochmal betonen… finde die Optik vom Video dermaßen gelungen und wenn man anfangs denkt der Clip könnte schnell langweilig werden, wird eines Besseren belehrt. Der Track selber ist ein bischen poppiger aber mit enorm genehmer Bassline in die man sich am liebsten Reinkuscheln würde.