Ich muss ehrlich sein. Hätte ich nicht in Ravensbrug studiert wäre ich wahrscheinlich niemals ins Innere dieses Clubs vorgedrungen. Und weiter ehrlich gesprochen bedeutet das, ich hätte etwas verpasst. Und das obwohl es jedem Audio-Liebhaber die Nackenhaare aufstellt, wenn er seinen ersten Soundcheck im Douala macht. Sogar weniger geschulte Ohren erkennen die Brummschleife… und die Bässe lassen lockere Blechverkleidungen bei jedem Schlag mitzittern und fügen somit dem Techno-Gewitter einen neuen metallischen Sound hinzu. Zudem hat der Laden wohl schon mal bessere Zeiten gesehen und viele würden vielleicht die nicht unbedingt zeitgemäßen Lichteffekte bemängeln. Dabei ist genau die Summe dieser Einzelschwächen die Stärke und Einzigartigkeit des Douala. Es ist wie eine Zeitreise in die goldenen 90er der Techno-Partys – nur ohne Tarn-Netzoberteile und neonfarbene Schlaghosen. Das mag etwas stark glorifizierend klingen, aber in den verwinkelten Gängen finden sich Aufkleber und Deko-Elemente die offensichtlich aus dem letzten Jahrtausend stammen. Die Decken und Wände schreien einem entgegen wieviel Schweiß von ihnen getropft sein muss und die Lichtinstallationen lassen vermuten dass sie wohl aus der Acid Hoch-Zeit stammen.
Die Geschichte des Douala lässt sich auch schlicht in einer Zahl ausdrücken. Diesen März kann der Club sein 26-jähriges bestehen feiern, und das immer noch in den selben Räumlichkeiten wie bei der damaligen Gründung. Das ist Angesichts der Steine die den Machern des Clubs durch die Stadtverwaltung immer wieder in den Weg gelegt werden eine beachtliche Leistung. Sozusagen das “kleine gallische Dorf” das gegen das Spießertum kämpft. Welcher Zaubertrank hierbei hilft sei dahingestellt.
Und in der Institution Douala selbst gibt es eine weitere Institution. Während bekannte Clubs mit modernen Food-Konzepten und aufwändigen Gänge-Menüs die Feiergaumen verwöhnen, bietet der Eingangsbereich des Douala noch eine echte Pommes-Bude mit fettem Fleisch, gebratenen Würstchen und Soßen in zig Schärfegraden.
Das Original-Douala steht übrigens nicht in Ravensburg sonder ist der Name der größten Hafenstadt Kameruns.
Schön dass ich auch endlich mal was von Booka Shade präsentieren kann. Ist zwar schon ewig her, dass ich mir die Sachen von denen so richtig reingezogen habe, aber Titel wie Night Falls, In White Rooms oder Charlotte haben mich damals schon ziemlich geflasht und sind auch heute nicht so richtig tot zu kriegen. Ich glaube irgendein Track von den Beiden fand sich damals auf jeder zweiten CD von mir im Auto. Und die Kombi Booka Shade VS. M.A.N.D.Y hat mit dem, zugegebenermaßen etwas huschigen, aber ebenso smoothen Track Body Language einen echten House-Ohrwurm geschaffen.
Dem neuesten Schaffen der Kollaboration wurde noch ein Video in zeitgemäßer Stopmotion-Optik spendiert. Das Video zu dem Track Donut wird alle Analog-Tetris Fans begeistern. Ein Haufen Pappschachteln rast, stolpert und hüpft in dem Video durch die Gegend. Der Tetris Vergleich kommt auch soundtechnisch nicht von ungefähr.
Am 3. Mai kommt übrigens das neue Album More von Booka Shade.
Ein Mix der auf das kommende Wochenende einstimmen soll und gleichzeitig das Meer und den Sommer gedanklich wieder ein paar Meter näher rückt. Muss ehrlich und bescheiden zugeben dass mir das Set eine Menge Spaß macht.
Stilistisch bewegt sich der Mix klar in Richtung Tech-House, wobei die Betonung auf House liegt. Kleiner Wermutstropfen: ein, zwei Mal übersteuert das Bass-Signal ein bischen. Aber über diesen Faux-Pas lässt sich ja nochmal drüber hinweg tanzen.
Eins vorweg. Diesmal ist es kein offizielles Musikvideo. Aber weil es so gut für die Augen ist, muss es trotzdem hier rein. Das Original ist von Booba, manchen bekannt als Rapper, genauer aus Frankreich. Yuksek, ebenfalls Franzose, hat das Original dann aber in bester NuRave-Manier auseinandergenommen und vom Original ist wenig erkennbares übrig geblieben. Auf jeden Fall kracht das Ding.
Der Inhalt vom Video ist diesmal schnell wiedergegeben. Es reicht fast ein Wort. Aber so wär ja die Spannung weg und deswegen sag ich nur eins. Es ist ziemlich reduziert… auf… ach seht selbst!
Sorry! Schon wieder war längere zeit Sendepause, aber die Ausrede ist diesmal dermaßen gut. Ich war die letzten Tage in Japan, unter anderem zum Snowboarden in Niseko. Ohne Rechner und technisches Klimbim. Daher kommen die Charts jetzt leider ein paar Tage später. Wie immer: Enjoy!
1. Levon Vincent – Late Night Jam
Puh, das war knapp. Fast wäre der Track beim Musiksortieren untergegangen. Konnte glücklicherweise auf dem fast 11 stündigen Flug nach Tokyo kaum schlafen und hab ihn wiederentdeckt. MUST HAVE.
2. youaANDme – Rythm & Drums
Der Minimal ist tot… es lebe der Minimal. Reduzierte Techno-Nummer mit schön dreckigem und düsterem Detroit Charakter, bösen Vocals und brachial treibender Kraft. Bitte nicht nur als Tool missbrauchen.
3. Coletone – Suicide Birds
Die “Suicide Birds EP” gab es dieses Jahr vom Bruder zu Weihnachten und war mir bis Dato vollkommen unbekannt. Da hat er aber ein echtes Händchen bewiesen und ein Track mit hypnotischem Treibstoff ausgegraben. weiterlesen