Vorweg ein paar Fakten: Sie ist 69 Jahre, kommt aus England, legt in irgendwelchen französichen Clubs auf, funkelt vor lauter Zirkonia wie ein Kronleuchter, spielt grausligen Huschi-Pop-Vocal-House… und kann eigentlich gar nicht auflegen. Sie ist schlichtweg ein Marketinggag. Wie es aussieht ist es allerdings kein viraler Witz. Die Rede ist von Ruth Flowers a.ka. Mamy Rock.
Sie selbst scheint sich bei der ganzen Sache relativ Ernst zu nehmen. Mir will das nicht so recht gelingen. Man kann auch schön sehen, wie ihr irgendein Kerl immer wieder Anweisungen gibt und in den Mixer grabscht. So einen Kerl sucht sich Naddel besser auch mal. Für ein kleinen Schmunzler reichts gerade so trotzdem.
Ruth Flowers hat jetzt auch zu “produzieren” angefangen. Das hat der Musikwelt gerade noch gefehlt.
Mehr Videos gibt es in ihrem offiziellen YouTube Channel oder auf Mamy Rocks Website.
Das neueste Mischpulk wird stolz aus der Rhein-Main Region gesponsort. Genauer von Jonas Hofmann aus dem schönen Mainz. Dort hat er auch seine Homebase und ist unter anderem im Red Cat hinter den Plattentellern zu sehen. Jonas ist aber neben Mainz bis jetzt vor allem im ganzen Rhein-Main Gebiet unterwegs und durfte die Vinyl-Scheiben auch schon im Cocoon rotieren lassen. Das nächste Mal kann man den 21-jährigen dann am 20.3. im Alten Volksbad bei der Art1N1 Ausstellung in Mannheim sehen und hören.
Bei der Musikauswahl seiner Sets greift Jonas am liebsten in die House/Disco Kiste, es darf sich aber auch mal eine Techno oder Dubstep Bassline in sein Set schleichen.
Das Set schmeckt nach fein gereiftem House mit einem guten Schuss Disco und einer Prise Deep. Im Abgang kommt es dann noch zart Techy daher. Gefällt mir sehr gut und macht sofort Laune auf’s Wochenende. Probieren!
Was für eine schöne Idee die verschiedenen Elemente der Musik zu visualisieren. Ist doch schon fast naheliegend dafür endlich mal Seismographen herzunehmen. Ergibt eine verdammt chilige Optik und das gibt dann zusammen mit dem Downtempo-Sound des Lithauen Mario Basanov und der Stimme von Jazzu eine echte Zurücklehn-Nummer. Muss das nochmal betonen… finde die Optik vom Video dermaßen gelungen und wenn man anfangs denkt der Clip könnte schnell langweilig werden, wird eines Besseren belehrt. Der Track selber ist ein bischen poppiger aber mit enorm genehmer Bassline in die man sich am liebsten Reinkuscheln würde.
1. youANDme – Quite Simply Mit der Simply Thrill EP liefert youANDme mal wieder ein wunderbares zweiseitiges Brett. Ein super smoother treibender Bass, trifft auf Piano und Keyboard-Melodie plus Vocals – Quite Simply, oder?
2. Santos - La Pineta
Santos kommt diesmal ein bischen düsterer und deeper daher, aber trotzdem noch mit viel Gefühl und echten Tech-House-Genen. Mit Riz MC im Tiefschwarz Remix geht die B-Seite auch runter wie Butter.
3. Sycophant Slags – Keep Off (Wighnomy Brothers Detroittobrieflyshort-ulle Remix)
Nochmal ein (letzter?) Geniestreich der Wighnomy Brothers. Von den Vocals im Original lassen sie nur die zentrale Line stehen: “Sky Is The Limit”. Biggie wäre stolz gewesen. weiterlesen
Ich muss ehrlich sein. Hätte ich nicht in Ravensbrug studiert wäre ich wahrscheinlich niemals ins Innere dieses Clubs vorgedrungen. Und weiter ehrlich gesprochen bedeutet das, ich hätte etwas verpasst. Und das obwohl es jedem Audio-Liebhaber die Nackenhaare aufstellt, wenn er seinen ersten Soundcheck im Douala macht. Sogar weniger geschulte Ohren erkennen die Brummschleife… und die Bässe lassen lockere Blechverkleidungen bei jedem Schlag mitzittern und fügen somit dem Techno-Gewitter einen neuen metallischen Sound hinzu. Zudem hat der Laden wohl schon mal bessere Zeiten gesehen und viele würden vielleicht die nicht unbedingt zeitgemäßen Lichteffekte bemängeln. Dabei ist genau die Summe dieser Einzelschwächen die Stärke und Einzigartigkeit des Douala. Es ist wie eine Zeitreise in die goldenen 90er der Techno-Partys – nur ohne Tarn-Netzoberteile und neonfarbene Schlaghosen. Das mag etwas stark glorifizierend klingen, aber in den verwinkelten Gängen finden sich Aufkleber und Deko-Elemente die offensichtlich aus dem letzten Jahrtausend stammen. Die Decken und Wände schreien einem entgegen wieviel Schweiß von ihnen getropft sein muss und die Lichtinstallationen lassen vermuten dass sie wohl aus der Acid Hoch-Zeit stammen.
Die Geschichte des Douala lässt sich auch schlicht in einer Zahl ausdrücken. Diesen März kann der Club sein 26-jähriges bestehen feiern, und das immer noch in den selben Räumlichkeiten wie bei der damaligen Gründung. Das ist Angesichts der Steine die den Machern des Clubs durch die Stadtverwaltung immer wieder in den Weg gelegt werden eine beachtliche Leistung. Sozusagen das “kleine gallische Dorf” das gegen das Spießertum kämpft. Welcher Zaubertrank hierbei hilft sei dahingestellt.
Und in der Institution Douala selbst gibt es eine weitere Institution. Während bekannte Clubs mit modernen Food-Konzepten und aufwändigen Gänge-Menüs die Feiergaumen verwöhnen, bietet der Eingangsbereich des Douala noch eine echte Pommes-Bude mit fettem Fleisch, gebratenen Würstchen und Soßen in zig Schärfegraden.
Das Original-Douala steht übrigens nicht in Ravensburg sonder ist der Name der größten Hafenstadt Kameruns.